Stein des Anstoßes

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Ein Stein kommt ins Rollen

Auf VroniPlag Wiki, einer inzwischen nicht ganz unbekannten Plattform zur Analyse und Dokumentation von wissenschaftlichen Texten unter Plagiatsverdacht, geschehen zur Zeit, nicht zum ersten Mal, erstaunliche Dinge, welche den Anspruch auf einen vorurteilsfreien Umgang mit Texten, Autoren und Usern doch in Zweifel ziehen lassen können.

Im Vordergrund steht momentan ein Schaustück, das der never ending story VroniPlag Wiki / Goalgetter aka Heidingsfelder (und eben auch umgekehrt Heidingsfelder / VroniPlag Wiki) zuzuordnen ist, nämlich der jüngst bekannt gewordenen Mail der Professorin Debora Weber-Wulff [1] an die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Stuttgart, anlässlich eines Vortrages, den zu halten die Hochschule Heidingsfelder eingeladen hatte.

Dass die Mail überhaupt und dann auch noch so früh bekannt wurde, nicht nur als Tatsache, sondern auch inhaltlich, das hat überrascht. Dass sie bekannt geworden war, diese Tatsache  wurde einer breiteren Öffentlichkeit  erst durch einen Artikel von Oliver Hillinger für die Stuttgarter Zeitung (stuttgarter-zeitung.de, 06.06.2012) als Vermutung nahegelegt. (VroniPlag Gründer in StuttgartDa sind enorme Kräfte am Werk)

Als dann am 07.06. um 0:54 Uhr auch noch auf der Kommentarseite zu diesem Artikel ein Eintrag von “Kammerjäger“ erschien, in dem behauptet wurde, es seien ihm “von dritter Seite Details zugespielt worden, welche ein detailliertes und grelles Licht auf einen höchst sonderbaren Versuch werfen, die Person des Vortragenden bei der Hochschule zu diskreditieren“, dass zweitens zur Zeit überlegt werde, “ob die unrühmliche Sache nicht zu dokumentieren sei“ und dass drittens aus Hinweisen Heidingsfelders jeder einschlägig Befasste in den Medien nun sich ausrechnen könne, wer die Mail an die Hochschule geschickt habe, da hatte sich Weber-Wulff wohl entschieden, die Flucht nach vorn anzutreten. Sie wählte die Form eines Offenen Briefes im Wiki an den Autor. Die Forumseite dazu wurde von einem Admin am 07.06. um 18:47 Uhr angelegt. [2] Es ist schon etwas skurril: Erst durch diesen „Offenen Brief“ veröffentlicht Weber-Wulff selbst als Tatsache, was nach dem Inhalt des Artikels von Hillinger nur vermutet werden konnte.

Dieser Kommentar hätte normalerweise hier keine Erwähnung gefunden, wenn sich nicht gezeigt hätte, dass er durchaus ernst genommen wurde von Seiten zumindest einiger Akteure von VroniPlag, das diese Gegenoffensive startete. Das wird deutlich an einem späteren Kommentar eines Administrators. Er schrieb kommentierend auf der Forumseite u.a.:

»Ich kann schon nachvollziehen, warum WiseWoman sich gegen die Darstellung im Artikel zur Wehr setzt. Im Artikel werden gezielt Andeutungen gemacht, WiseWoman trüge zu irgendeiner Form von „Mobbing“ gegen Heidingsfelder bei. Im Kommentarteil legt dann ein „Insider“ gezielt „Informationen“ nach („Kammerjäger“, 7.6., 00:54). Liest man das in Unkenntnis der oben zitierten Mail, könnte das in dieser Form sogar glaubhaft wirken.«

Mittlerweile steigt die Anzahl der Seiten bzw. deren Umfang im VroniPlag Wiki weiter an, welche, man kann jetzt schon sagen, eine Offensive gegen Heidingsfelder führen, zu schlechter Letzt ausgelöst durch das Erlangen der Kenntnis davon, dass Heidingsfelder zu einem Vortrag eingeladen wurde!
Am Rande erwähnt: Der so kommentierende Admin KayH lässt sich in Medieninterviews als “Sprachwissenschaftler“ vorstellen. Angesichts dieses Hintergrundes und der mehr als einjährigen Mitarbeit bei GuttenPlag und VroniPlag ist es schon erstaunlich, dass hier der Begriff Insider in Zitatform gesetzt wird, obwohl der besagte Kommentar von Leser “Kammerjäger“ den Begriff gar nicht enthält. Damit wird fälschlich suggeriert, da würde jemand sich als Insider bezeichnen.
Ebenfalls zunächst nur mal so erwähnt: Es ist schon erstaunlich, wie viele Änderungen (ca. 50) die eigentlich nur für das Signieren – als Zustimmungsaufforderung zu verstehen! – gedachte Seite durch Administratoren erfahren hat. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die Reaktionen anders ausfielen als erwartet, nämlich dass sich nicht eine Akklamationsreihe einstellte, sondern eine kontroverse Debatte.

Im Zuge dieser Debatte wurden weitere Seiten erstellt, so Forum:Gründung VroniPlag Wiki (08.06.), Ein Artikel geht seinen Weg (12.06.) [inzwischen „geleert“!].
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Der Stein des Anstoßes: Ein Gründer wird angekündigt_

Erste Szene
Die Macromedia Fachhochschule Stuttgart hatte den Gründer der Plattform VroniPlag Wiki Martin Heidingsfelder für den 5.06.2012 um 16:00 Uhr zu einem Vortrag mit Diskussion geworben. Es gab einen von der Hochschule autorisierten Veranstaltungstext, den auch örtliche Presseorgane veröffentlichten, auch online, z.B. die Seite stuttgart.prinz.de – MHMK Praxisforum mit Martin Heidingsfelder, Gründer der Plattform VroniPlag Wiki.
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Zweite Szene
Die Medieninformatikerin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Internationaler Studiengang Medieninformatik (Bachelor) im Fachbereich 4, Wirtschaftswissenschaften II, Frau Prof. Debora Weber-Wulff nahm Anstoß an bestimmten Formulierungen im Veranstaltungshinweis und sandte am Montag, 4. Juni 2012 gegen Abend eine E-mail
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»An: Macromedia Stuttgart
Betreff: Ihre Veranstaltung morgen
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Sehr geehrte Damen und Herren!
Sie laden auf
http://www.macromedia-fachhochschule.de/hochschule/standorte/campus-stuttgart/anmeldung/details/1349.html
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zu einer Veranstaltung ein. Sie schreiben:
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Am 5. Juni ist Martin Heidingsfelder, Gründer der Internetplattform
VroniPlag Wiki, beim MHMK Praxisforum zu Gast und spricht über das Thema
Plagiateure. Einem größeren Publikum wurden die Plagiatejäger durch den
Fall Karl-Theodor zu Guttenberg bekannt, in dessen Promotion sie
zahlreiche Verstöße gegen Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens
offenlegten.
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Aktuell befasst sich die Plattform u.a. mit der Doktorarbeit von
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Im Gespräch mit der MHMK
sagte Heidingsfelder jetzt einen Rücktritt der Ministerin voraus.“
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Ich stelle als Mitglied bei VroniPlag fest:
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* Herr Heidingsfelder ist lediglich „Mitgründer“, nicht „Gründer“
von VroniPlag.
* Herr Heidingsfelder wurde vor ca. 6 Monaten vom [sic] Plattform
ausgeschlossen. Er wirkt nicht mehr mit.
* VroniPlag war nicht an den [sic] Fall von Karl-Theodor zu Guttenberg
beteiligt. Dieser [sic] Plattform heißt GuttenPlag Wiki.
* VroniPlag befasst sich nicht mit dem Fall Schavan, wie Sie
unschwer auf die [sic] Seite http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/
feststellen können. Das macht Herr Heidingsfelder auf dem [sic]
Plattform SchavanPlag Wiki, dass [sic] er erstellt hat, nach dem [sic] jemand
anders [sic] schavanplag.blogspot.com [sic] eingerichtet hat.
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Ich bitte Sie, den Begriff „VroniPlag“ durch „SchavanPlag“ zu
ersetzen, und den Abschnitt über zu Guttenberg zu streichen,
weil es nicht zutrifft.
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Mit freundlichen Grüßen,
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Prof. Dr. Debora Weber-Wulff
HTW Berlin, Studiengang IMI«
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Dritte Szene
Da gibt es nun viele, ja sehr viele „Damen und Herren“ an der Macromedia. Das ist vertrackt! Weber-Wulff hatte anscheinend nicht in Erfahrung bringen können oder wollen, wer denn den Herrn Martin Heidingsfelder eingeladen hatte, einen Vortrag zu halten. So verbrachte denn die Mail am Vormittag des 5. Juni etliche Stunden auf Schnitzeljagd nach dem zuständigen Adressaten. Nebeneffekt: Eine beachtliche Anzahl von Personen erhielt Kenntnis vom Inhalt der Mail. So schließlich auch der Vortragende selbst und mittelbar u.a. auch ein anwesender Journalist, Oliver Hillinger. Heidingsfelder, bisher schon nicht müde werdend zu betonen, er werde von VroniPlag-Aktiven gemobbt, erkannte wohl sofort seine Chance und benutzte aus aktuellem Anlass den bekannt gewordenen Vorgang als neuerlichen Beleg für seine Aussage im Vortrag: „Ich werde gemobbt.“
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Vierte Szene
Man darf davon ausgehen, dass angesichts der unbeabsichtigten Verbreitung der Kenntnis von Mail und Inhalt derselben noch am Abend und in der Nacht nach dem Vortrag diese Mail von Multiplikatoren-Hand zusätzliche Verbreitung fand. Heidingsfelder wurde auch von mir dazu befragt, äußerte sich auch, gab aber nicht sein Plazet zu einer Veröffentlichung.
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Fünfte Szene
Am Tage des 6. Juni machte sich Oliver Hillinger daran, seine Eindrücke vom Vortage in die Form des bereits erwähnten Artikels für die Stuttgarter Zeitung zu bringen. Mit Veröffentlichung dieses Artikels und der darin enthaltenen Andeutung („Wie zum Beweis …“) musste Weber-Wulff klar werden, dass ihre Mail längst die engen Grenzen interner kollegialer Vertraulichkeit verlassen haben dürfte. Zusätzlich dürfte auch die im Kommentarteil zum Artikel eingebettete Andeutung, es gebe Überlegungen, ihre Mail zu veröffentlichen (s.o.), zu einer Irritation beigetragen haben.
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Sechste Szene
Und so begab es sich, dass drei Tage nach Absenden der Mail, zwei Tage nach dem Vortrag, ein Tag nach Erscheinen des Zeitungsartikels ein Offener Brief an Oliver Hillinger von der Stuttgarter Zeitung im VroniPlag Wiki durch Weber-Wulff als WiseWoman unter Assistenz von Admin fiesh als Forumseite angelegt wurde. Dort wird dem Artikelautor Hillinger eine teils unrichtige, teils verzerrende Darstellung in 7 Punkten einer Art Gegendarstellung (»einige Dinge richtigstellen«) vorgehalten. Hier noch einmal ein Überblick:

1. In der Mail sei die Macromedia Hochschule nicht “wegen seines Gastauftritts“ kritisiert worden.
2. Die im Artikel wiedergegebene Behauptung Heidingsfelders, er werde von VroniPlag gemobbt, sei falsch. Richtig sei, dass es umgekehrt verschiedene gegen VroniPlag gerichtete Aktivitäten gebe, die von Heidingsfelder ausgehen.
3. Die Mail sei nichts anderes als eine Bitte an die Hochschule gewesen, sachliche Unrichtigkeiten im Veranstaltungshinweis zu korrigieren.
4. Das Ausmaß an Mitwirkung Heidingsfelders im VroniPlag Wiki werde im Artikel unrichtig dargestellt, nämlich statt an „mehr als zwei Dutzend“ sei H. an »nicht mehr als an einem halben Dutzend« „beteiligt“ gewesen, und auch das nur »lediglich nebensächlich«.
5. Der Artikel erwähne, dass H. neben »seiner Mitbegründung von VroniPlag« »“etliche Portale gegründet“« habe, vergesse aber »leider« nähere Angaben dazu zu machen.
6. H. sei »nicht wegen medialer Alleingänge, sondern wegen des Missbrauchs VroniPlag Wikis für eigene politische und finanzielle Motive ausgeschlossen« worden.
7. H. sei für seine Medienarbeit nicht Dankbarkeit geschuldet, sondern man habe im Fall Chatzimarkakis sogar verhindernd eingreifen müssen.

Sowohl der Artikel wie diese ‚Gegendarstellung‘ behandeln z.T. komplexe Ereignisse und Zusammenhänge aus weit über 1 Jahr Wiki-Vergangenheit. Deshalb verbietet sich eine profunde Aufarbeitung an dieser Stelle von selbst. Und deshalb nur einige Anmerkungen. Plagiatwikichecker meint:
zu 1.) Korrekt!
zu 2.) Das eine widerlegt nicht das andere und das andere nicht das eine. Es haben sich Verstärkungsspiralen entwickelt, welche kaum je objektiver Beurteilung zugänglich sein dürften, allein schon deshalb, aber nicht nur deshalb, weil von Anbeginn wesentliche Teile der Interaktion im Wiki nicht transparent abgebildet werden.
zu 3.) Wird in diesem Blog ausführlich behandelt – summa summarum: War möglicherweise die anfängliche Absicht, das fertige Ergebnis sieht aber anders aus.
zu 4.) Der Einwand übersieht, dass im Artikel offen gelassen ist, an welchen ‚Orten‘ und zu welchen Zeiten Heidingsfelder beteiligt war. Heidingsfelder hat im Vortrag erzählt, wie er Plagiatedokumentation seit längerer Zeit privat organisiert. Richtig ist, dass der Artikel hierzu wenig präzise ist.
zu 5.) Im Artikel steht erstens nichts von »Mitbegründung«; das wird in die Paraphrase mit eingebaut, unerlaubt bei einer Gegendarstellung. Na ja, ist ja auch keine, ist ja nur ein „Richtigstellen“. Zweitens ist es nicht Aufgabe einer Richtigstellung, eine korrekte Tatsachenbehauptung (»“etliche Portale gegründet“«) um weitere Einzelheiten mit dem Ziel der Abschwächung zu ergänzen. Das gehört in eine Kommentierung, z.B. innerhalb der Kommentarfunktion des Artikels, nicht in eine „Richtigstellung“. Außerdem vergleichen hier Weber-Wulff et al. auf eine recht unfaire, unsachgemäße Art. Zum einen arbeitet Heidingsfelder nicht im „Schwarm“, sondern setzt Wikis im Alleingang auf, bei Schavanplag Wiki erkennbar deshalb, um seine Funde zu publizieren und andere einzuladen, ihre Funde ggf. ebenfalls dort zu publizieren. Zum anderen werden zwei Zeiträume mit einander verglichen, deren Inkongruenz eigentlich einer Hochschullehrerin, welche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, aufgefallen sein müsste. So ein methodischer Fehler beim Vergleich zweier auch ansonsten nicht vergleichbaren Stichproben ist doch höchst erstaunlich. Aber, wie gesagt, gehörte ohnehin nicht in eine Gegendarstellung von der Art einer Richtigstellung.
zu 6.) Die Aussage im „Offenen Brief, nämlich »… wurde nicht wegen medialer Alleingänge, sondern wegen …« ist korrekt, jedenfalls wenn man auf die ‚offiziellen‘ Sperr-Begründungen abzielt. (vgl. Benutzersperr-Logbuch) Die dort von Admin Klicken (03.11.2011) und von Admin Fiesh (10.11.2011) angeführten Begründungen lassen sich zusammenbringen in die Formulierung ‚Vorwurf des rufschädigenden Verhaltens zu Lasten des VroniPlag Wikis‘, außerhalb des Wikis mittels Verwendung des Twitter Accounts „VroniPlag Wiki“, innerhalb des Wikis mittels mißbräuchlicher Verwendung des nach der ersten Sperrung verbliebenen Zugriffrechts auf die eigene Benutzer-Diskussionsseite. Weber-Wulff hat zu Recht richtiggestellt, wenn auch etwas die Zusammenhänge verkürzend. Wer Lust hat, die der Sperrung vorausgegangene Diskussion im Wiki noch einmal Revue passieren zu lassen, der lese auf der Seite Benutzer_Diskussion:Goalgetter nach.
zu 7.) Der „Offene Brief“ bezieht sich hier auf folgende Formulierung im Artikel: „Seine ehemaligen Mitstreiter zeigen für diese Öffentlichkeitsarbeit im Nachhinein allerdings wenig Dankbarkeit.“ Der Gebrauch des Indikativ statt des paraphrasierenden Konjunktiv weist diese Aussage als Aussage Hillingers aus. Vielleicht eine handwerkliche Ungenauigkeit, da davor paraphrasiert wird und direkt im Anschluss ein Zitat von Heidingsfelder folgt sowie danach wieder Paraphrasestil. Aber auch so, wie es da steht, repräsentiert die Formulierung eine Meinungsäußerung, eine wertende Einschätzung des Artikelautors, die man nicht teilen muss, der vielleicht sogar starke Argumente entgegenstehen, dennoch: Es ist nicht die Aufgabe einer Richtigstellung, wertende Meinungsäußerungen mit einer Gegendarstellung zu versehen. (vgl. analog Punkt 5)
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Parturient montes, nascetur ridiculus mus

Die von Weber-Wulff gestartete Aktion lässt sich in ihren Auswirkungen auf hauptsächlich drei Feldern verfolgen: 1. Reaktion der Fachhochschule Macromedia auf die Mail; 2. Reaktion des Autors Hillinger auf den „Offenen Brief“ an ihn; 3. Nachfolgereaktionen im VroniPlag Wiki.
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Siebte Szene: Reaktion der Macromedia
Hier kann einzig die öffentlich sichtbar gewordene Reaktion in den Blick genommen werden. In der Tat gab es zwei kleine textliche Änderungen, wie ein Vergleich des ursprünglichen Textes der Veranstaltungsankündigung (in Offener Brief an Oliver Hillinger von der Stuttgarter Zeitung wiedergegeben) mit der in Reaktion auf die Mail revidierten Fassung ergibt. (Neufassung)

Textvergleich MHMK

Man führe sich die Mail von Weber-Wulff vor Augen, insbesondere den Schluss:

Ich bitte Sie, den Begriff „VroniPlag“ durch „SchavanPlag“ zu
ersetzen, und den Abschnitt über zu Guttenberg zu streichen,
weil es nicht zutrifft.

Was ist also erreicht und was ist nicht erreicht worden?
Es fällt auf, dass sich Macromedia nur minimal auf die Bitte Weber-Wulffs eingelassen hat. Eigentlich hat die Mail nur eine einzige echte Anpassung erzielt, nämlich dass unter aktuellem Bezug tatsächlich “die Plattform“ (vorstehend ist von VroniPlag die Rede) durch “SchavanPlag“ ersetzt wurde.

Was nicht erreicht wurde:

  1. Heidingsfelder bleibt “Gründer“. Die Feststellung Weber-Wulffs, er sei nicht Gründer, sondern “Mitgründer“ wird in ihrer abschließenden Bitte nicht in den Katalog erwünschter Textänderungen aufgenommen und entsprechend auch nicht beachtet. Dies ist ein deutlicher Flop, wenn man mal in Rechnung stellt, wie viel Aufwand im Wiki und neuerdings in Ansätzen auch außerhalb des Wikis zu dieser Thematik betrieben wird.
  2. Der “Abschnitt über zu Guttenberg“ wurde nicht gestrichen, sondern mit der Ergänzung “um Heidingsfelder“ versehen. Das Ergebnis ist schlicht grotesk, denn im Grunde bedeutet diese Verbesserung eine Verschlimmbesserung! Musste man zuvor nicht zwingend den Ausdruck “die Plagiatejäger“ auf VroniPlag Wiki und den Gründer Heidingsfelder beziehen – der dazwischen stehende Satz macht eine veränderte Kontextbedeutung möglich, erzwingt diese allerdings nicht, so ist nach wissenschaftlichem Sprachgebrauch mit der Formulierung “die Plagiatejäger um Heidingsfelder“ dieser sogar zum führenden Kopf einer Gruppe geworden!

Der Schuss ist also mächtig nach hinten los gegangen.

Auch die einzige echte Änderung ist nicht einmal von marginaler Bedeutung. Hinzu kommt nämlich noch, dass durch das Hinzufügen von “um Heidingsfelder“ und “seine neue“ Plattform der sinnstiftende Zusammenhang der Mail, Heidingsfelder sowohl aus dem Bedeutungshof “GuttenPlag“ wie auch aus dem Bedeutungshof “VroniPlag“ weitmöglichst auszugrenzen, im Kontext der Absätze durch diese Änderung im zweiten und die Beibehaltung der “Gründer“- Formulierung und der Verschlimmbesserung der GuttenPlag-Formulierung im ersten Absatz völlig konterkariert wurde.

Im Kern steht in der veränderten Fassung also jetzt dies:

Martin Heidingsfelder, Gründer von VroniPlag Wiki, war auch bereits zuvor bei GuttenPlag Wiki führender Kopf einer Gruppe von Plagiatejägern und ist aktuell Gründer (s)einer neuen Plattform Schavanplag Wiki.

Wie heißt der modische Spruch? Dumm gelaufen … Da ist wohl bald noch eine Mail fällig?
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Achte Szene: Reaktion des Autors Hillinger auf den „Offenen Brief“
Auch hier kann natürlich einzig die öffentlich sichtbar gewordene Reaktion in den Blick genommen werden. Diese besteht in einer nachträglichen Revision der Erstveröffentlichung des Artikels.  Zur Erinnerung: Weber-Wulff sendet ihre Mail am 04.06., der Vortrag ist am 05.06., der Online-Artikel erscheint am 06.06., der „Offene Brief …“ am 07.06., die Print-Ausgabe des Artikels am 08.06. und danach erst die der Print-Ausgabe folgende veränderte Online-Version.
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Neunte Szene: Reaktionen im Wiki / im Netz
Am 12.06.2012 unternahm Admin Klicken die Aufgabe, in mühseliger Kleinarbeit einen Textvergleich der Artikelversionen vom 6. Juni und vom 12. Juni zu erstellen. Er veröffentlichte diese Übersicht in einem Blog mit dem Titel Ein Artikel geht seinen Weg …, und zwar unter Voranstellen eines von einem „Kommentar von Martin Klicken, 12. Juni 2012, 11:52 Uhr unter einem Artikel in der Stuttgarter Zeitung von Oliver Hillinger, vom 6. Juni 2012, 16 Uhr„, mit persönlicher Anrede „Sehr geehrter Herr Hillinger“ unter dem Untertitel „Ständiges heimliches Überarbeiten des Artikel“. Inzwischen verweist, wie man sieht, der Link auf eine Seite mit dem Inhalt „geleert“ und folgendem Kommentar des Blog-Autors:

Der oben wiedergegebene Kommentar (Update: der vom 12.6.2012, 11.52 Uhr) war von der Stuttgarter Zeitung schon freigeschaltet und stand zwei Tage so auf der Seite. Er wurde dann heute mit der Begründung, gegen die Kommentarregeln zu verstoßen, zusammen mit zwei anderen Kommentaren gelöscht und die Kommentarfunktion deaktiviert. Unter den gelöschten Kommentaren war einer, der lediglich auf diese Seite hier verweist. Auch dieser war redaktionell geprüft und freigegeben worden, und wurde jetzt erst gelöscht.

Anmerkung: Die Stuttgarter Zeitung Online hat den 15 verbliebenen Kommentaren einen eigenen vorangestellt. Im Wortlaut:

JUN
14
StZ-Online, 12:27 Uhr
Kommentare
Zu den Fragen bezüglich der unterschiedlichen Fassungen des Artikels: Die aktuelle Fassung dieses Beitrags entspricht der Fassung aus der gedruckten Ausgabe der StZ vom 8. Juni. Nach unserem Verständnis sind die inhaltlichen Aussagen des Beitrags nicht verändert worden. Aufgrund von Verstößen gegen unsere Kommentarregeln haben wir einige Beiträge deaktiviert. Eine weitere Kommentierung dieses Beitrags ist nicht mehr möglich.

Der Kommentar, der laut Klicken lediglich auf diese Seite hier verweist, ist auf der Seite des Artikels von Hillinger (Fassung vom 09,06.) an dritter Stelle (wieder) zu sehen.

Plagwikichecker hatte ebenfalls einen Textvergleich erstellt: Versionsvergleich Hillinger. Daraus geht hervor, dass Autor Hillinger 5 signifikante Veränderungen vorgenommen hatte neben 3 Fehlerkorrekturen und allerhand nicht erheblichen Umformulierungen, Ergänzungen und Streichungen, davon es 33 gibt, also insgesamt 41 nachträgliche, nicht kenntlich gemachte Änderungen an einem Text von 51 Zeilen (Word-Format).
Man liest:

Die aktuelle Fassung dieses Beitrags entspricht der Fassung aus der gedruckten Ausgabe der StZ vom 8. Juni. Nach unserem Verständnis sind die inhaltlichen Aussagen des Beitrags nicht verändert worden.

Das mag so sein, doch vergleicht der Online-Leser nicht eine Online-Ausgabe mit einer Print-Ausgabe, sondern im Wiki ging es um den Vergleich zweier Online-Fassungen des Artikels. Die Übersicht „Versionsvergleich Hillinger“ erlaubt es, zu überprüfen, ob auch für den Online-Vergleich gilt, dass „die inhaltlichen Aussagen des Beitrags nicht verändert worden“ sind.
Richtig ist, dass mit den 3 Fehlerkorrekturen und den 33 nicht relevanten Umformulierungen und Ergänzungen die Essenz des Artikels nicht verändert wurde. Man darf indes fragen, warum dann 33 für unwesentlich erachtete Veränderungen überhaupt vorgenommen wurden. Entscheidend ist aber, dass es entgegen der Aussage der StZ Online eben doch signifikante Änderungen gibt. Hier seien von den 5 die 2 wichtigsten noch einmal im Vergleich dokumentiert:


Ein Blick auf den Vergleich sollte genügen, um zu erkennen, dass diese beiden Veränderungen keine quantité négligeable darstellen. Beachtlich ist andererseits, dass Hillinger der Versuchung widerstand, mitsamt all den Änderungen auch gleich den unstimmigen Passus „wegen dessen Gastauftritt kritisierte“, egal ob Hochschule oder Heidingsfelder gemeint ist, mit zu entsorgen.
Bisher noch nicht bedacht, aber angesichts der beachtlichen Zahl nachträglicher, gerade eben nicht erheblicher textlicher Änderungen gar nicht so unwahrscheinlich, erscheint Plagwikichecker dies: Diese Menge an nachträglichen nicht signifikanten textlichen Änderungen lässt auch an die Möglichkeit denken, dass der Artikel aus Versehen vorzeitig in unfertigem Zustand bzw. dass irrtümlich eine veraltete Fassung veröffentlicht worden ist. Denn diese nicht signifikanten Änderungen wären als Reaktion auf den „Offenen Brief …“ im Wiki ja gar nicht erforderlich gewesen. Bedauerlich für den Autor, der sich dann ja unverschuldet viel Ärger eingehandelt hätte.

Auch Admin KayH hatte auf der Forumseite „Offener Brief“ in Form einer Anmerkung die Tatsache moniert, dass »der Artikel mehrfach seit der ursprünglichen Publikation ohne jede Kenntlichmachung verändert wurde«. (KayH ebd., 17:59, 9. Jun. 2012 (UTC)) In der Tat, das löst zu Recht Kopfschütteln aus. Da steht zu hoffen: “Journalismus geht anders.“ (KayH ebd., 11:54, 9. Jun. 2012 (UTC)) Ein absolutes Unding ist, dass die revidierte Fassung des Artikels doch tatsächlich weiterhin im Netz das Datum der Erstveröffentlichung führt: 06.06.2012! Da hätte sich im Gleichklang mit dem zitierten Statement der StZ Online eher angeboten, die revidierte Online-Version als Onlineversion des Print-Artikels vom 08.06. zu veröffentlichen.
Besonders interessant ist, wie mit der von Weber-Wulff zu Recht bestrittenen Behauptung, in ihrer Mail habe sie die Hochschule wegen des Gastauftritts Heidingsfelders kritisiert, umgegangen wird. Zuvor stand da:

Wie zum Beweis traf kurz vor der
Veranstaltung eine E-Mail an der Macromedia-
Hochschule ein, in dem eine Mitstreiterin
Heidingsfelder die Hochschule wegen seines
Gastauftritts kritisierte.

Revidiert steht da:

Wie zum Beweis traf kurz vor
der Veranstaltung in Stuttgart eine E-Mail in
der Macromedia-Hochschule ein, in dem eine
frühere Mitstreiterin Heidingsfelder wegen
dessen Gastauftritt kritisierte und ihm die
alleinige Gründerschaft für das Portal
Vroniplag-Wiki absprach.

In der Erstfassung fehlte das Genitiv-’s‘ an „Heidingsfelder“ und es wurde, so wie es da steht,  die Hochschule kritisiert. Jetzt ist „die Hochschule“ gelöscht, es bleibt „Heidingsfelder“ stehen (nun kein Genitiv, sondern im Akkusativ verwendet), und es wird jetzt Heidingsfelder wegen dessen Gastauftritt kritisiert. Diese ‚Verbesserung‘ verbessert nicht wirklich irgendwas! Denn Weber-Wulff hatte auch nicht „Heidingsfelder wegen dessen Gastauftritt“ kritisiert.
Die angefügte Ergänzung („und ihm die alleinige Gründerschaft für das Portal Vroniplag-Wiki absprach“) ist zwar inhaltlich korrekt, entzieht aber Weber-Wulffs Richtigstellung zu diesem Punkt nicht den Boden.
Was Weber-Wulff im Wiki als WiseWoman als „Stimmungsmache“ Hillinger ankreidet, sieht für Admin KayH so aus:

Ich kann schon nachvollziehen, warum WiseWoman sich gegen die Darstellung im Artikel zur Wehr setzt. Im Artikel werden gezielt Andeutungen gemacht, WiseWoman trüge zu irgendeiner Form von „Mobbing“ gegen Heidingsfelder bei.

(„Offener Brief“, 11:54, 9. Jun. 2012 (UTC)

Es gilt allerdings zu beachten: Die Qualität einer journalistischen Berichterstattung ist weder im positiven noch im negativen Fall von Beweiskraft für bzw. gegen eine bestimmte Ansicht von einer Sache.
Am besten, man  schaut sich ’die Sache’ noch mal genauer an, beginnend mit der zitierten Aussage:

WiseWoman teilt der Hochschule in Stuttgart mit, daß in der Ankündigung zu einer Veranstaltung sachliche Fehler enthalten sind.

(KayH,a.a.O., 11:54, 9. Jun. 2012 (UTC))
Dazu verlassen wir die ’szenische Dokumentation‘ und wählen die Form des Exkurses.
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Exkurs: Die Mail oder Ein Gründer wird gekündigt

„WiseWoman teilt […] mit“? Nein, tut sie nicht, mitteilen tut sie in ihrer Eigenschaft als Hochschullehrerin, als Prof. Weber-Wulff, von Hochschule an Hochschule. Da sie Aussagen über Sachverhalte bezüglich Heidingsfelder in dessen Eigenschaft als (ehemaliger) Wiki-Mitarbeiter richtigstellen will, muss sie der angeschriebenen Hochschule natürlich einen diesbezüglichen Kompetenznachweis anbieten. Zu diesem Zweck stellt sie sich abseits der offiziellen Rolle als „Mitglied bei VroniPlag“ vor.

Was teilte sie mit? Dass „in der Ankündigung zu einer Veranstaltung sachliche Fehler enthalten sind“.
Es lohnt sich, da mal genauer hinzuschauen.

* Herr Heidingsfelder ist lediglich „Mitgründer“, nicht „Gründer“ von VroniPlag.

Wer eine Richtigstellung einer Aussage erwartet, der muss den Beweis antreten, dass die Aussage eine eindeutige Trennschärfe hat zwischen richtig oder falsch, d.h. die richtig gestellte Aussage darf keine weitere Wahrheit neben sich haben. Daran mangelt es hier aber, und zwar aus mindestens zwei Gründen.
Erstens: Ein „Mitgründer“ ist in jedem Fall eben immer schon zugleich „Gründer“. Sollten also tatsächlich mehr als eine Person VroniPlag gegründet haben, dann gibt es halt mehr als einen Gründer. Keiner dürfte sich jedoch dann „alleiniger Gründer“ nennen. Weber-Wulff bestreitet demnach eine alleinige Gründerschaft Heidingsfelders. Worin soll aber der sachliche Fehler im Veranstaltungshinweis, der zu berichtigen war, eigentlich liegen? Dort findet sich kein Hinweis auf einen alleinigen Gründer Heidingsfelder.  Die aber hat, soweit bekannt, Heidingsfelder aka ‚Goalgetter‘ bis zum 12.06.2012 nie behauptet. Er ist auch nicht mit solcher Behauptung durch die Medienlandschaft gezogen. In Reaktion auf die jüngst infolge der Mail neu entflammte Debatte um Gründer oder was auch immer, hat sich H. nun pointierter positioniert:

gez. Martin Heidingsfelder, alleiniger Gründer einer Plattform, die normalerweise für jedermann offen stehen sollte. Goalgetter 05:51, 12. Jun. 2012 (UTC) Anmerkung: Früher konnte ich auf den Zusatz „alleiniger“ verzichten. Da allerdings einige ehemalige Mitstreiter aus GuttenPlag Wiki und VroniPlag Wiki für sich reklamieren VroniPlag Wiki gegründet zu haben, ist dies die wohl angemessene Reaktionen [sic] auf die Dinge, die sich gerade im Forum bei VroniPlag Wiki abspielen. (Schavanplag Wiki)

Zweitens: Die als Richtigstellung vorgebrachte Behauptung von Weber-Wulff, Heidingsfelder sei »lediglich „Mitgründer“« und nicht „Gründer“, kann auch schon deshalb nicht exklusiven Wahrheitsanspruch erheben, weil die Fakten eine geradezu gegenteilige Datenlage zeigen. Wenn Heidingsfelder sich der Öffentlichkeit als „Gründer“ präsentiert bzw. sich in den Medien als solcher apostrophieren ließ und lässt, so hat er damit keine geringeren Zeugen für seinen Anspruch als Wikia :

The „founder“ of a wiki is the person who first created the wiki. Founders do not have any special authorities within the wiki and they do not own the wiki that they founded. They simply created it first.( Wikia-Help: Founders)

Genau so: Heidingsfelder war schlicht der erste, der das Wiki schuf. Und den, der das tut, nennt Wikia „founder“, „Gründer“. Warum also sollte irgendjemand Heidingsfelder das Recht absprechen dürfen, sich als „Gründer“ von VroniPlag zu bezeichnen? Weber-Wulff suggeriert mit ihrer „Feststellung“ wahrheitswidrig, dass Heidingsfelder sich zu Unrecht „Gründer“ nennt bzw. nennen lässt. In diesem Lichte ist zu fragen, aus welcher Motivation heraus Weber-Wulff die eindeutige Wikia-Definition der Hochschule Macromedia als Wiki-Expertin verschleiert und so billigend in Kauf nimmt, dass Heidingsfelder an der Hochschule und darüber hinaus unberechtigter Titelführung verdächtigt und in die Nähe eines Hochstaplers gerückt werden könnte, zumindest aber seine Integrität in Zweifel gezogen wird.
Dass Weber-Wulff sich als WiseWoman mit ihrem Vorstoß unterstützt wissen durfte, zeigen die Kommentare einiger Admins im Wiki auf der Seite Gründung VroniPlag Wiki. Dafür und insbesondere, um ein Beispiel für das gezielte In-Umlauf-Bringen des Etiketts „Hochstapler“ zu geben, sei folgende Äußerung von Admin Klicken zitiert:

Die Handlung, das Wiki durch Klick auf den Button „Starte ein Wiki“ anzulegen, entspricht mehr einer Eintragung. Oder, wie es auf dem Knopf steht, einem „Start“. Die Idee, den Fall Veronica Saß zu dokumentieren, hatte Heidingsfelder auch nicht. Die hatte derjenige, der es bei GuttenPlag Wiki zur Sprache brachte. Heidingsfelder sprang also wie so oft auf einen Zug auf und drückte auf „Start“. […] Ich würde seine Behauptung, er sei der Gründer von VroniPlag Wiki, als grenzwertig zur Hochstapelei einordnen – Wikia-Terminologie hin oder her, das wird eben ausgenutzt, dass der durchschnittliche Leser oder Journalist auf der Suche nach einem griffigen Bezeichner keinerlei Vorstellung hat, was darunter zu verstehen ist. Beziehungsweise eine Vorstellung, die nicht der Rolle entspricht, die Heidingsfelder für das Entstehen von VroniPlag Wiki, eben die Gründung, gespielt hat. Ganz sicher aber ist seine Behauptung, er sei der alleinige Gründer, die Aussage eines Blenders ohne Skrupel zur Anmaßung und ohne Wertschätzung für die Leistung begabterer und konstruktiverer Mitmenschen. Martin Klicken 09:22, 8. Jun. 2012 (UTC)

Falls jemand meint, das sei so eine Art Ausrutscher im Eifer des Gefechts der Worte, der schaue sich folgenden Kommentar an, der den Tonfall der Häme und den ehrenrührigen Angriff auf eine Person mit LOL-Zeichen und Augenzwinker-Smiley zum Schein relativiert, um nicht wegen Verletzung des Grundsatzes KPA (keine persönlichen Angriffe) den Admin Klicken in Schwierigkeiten zu bringen.

Was schreiben Sie da, Klicken? 🙂 „Ich würde seine Behauptung, er sei der Gründer von VroniPlag Wiki, als grenzwertig zur Hochstapelei einordnen – Wikia-Terminologie hin oder her“ – also haben wir uns Martin H. jetzt demnach als einen „Gert Postel der Wiki-Online-Welt“ vorzustellen? 😉 (wenn ich’s recht bedenke – weit weniger abwegig, als es klingt) -Andy 217.50.63.66 17:12, 9. Jun. 2012 (UTC)

Im Forum ist kein Raum für persönliche Angriffe“ steht mahnend im Hinweiskasten am Kopf der Seite. Kleines Gedankenexperiment: Man stelle sich diesen Wortlaut mit ausgetauschten Namen vor:

Was schreiben Sie da, Heidingsfelder? 🙂 „Ich würde seine Behauptung, er sei der Mitgründer von VroniPlag Wiki, als grenzwertig zur Hochstapelei einordnen – Wikia-Terminologie hin oder her“ – also haben wir uns Martin Klicken jetzt demnach als einen „Gert Postel der Wiki-Online-Welt“ vorzustellen? 😉 (wenn ich’s recht bedenke – weit weniger abwegig, als es klingt)

Glaubt irgendjemand, der VroniPlag etwas kennt, dass ein solcher Text VPmod und VPblock entgangen wäre? In der Regel werden dort solche personbezogenen Unverschämtheiten innerhalb einer Stunde gelöscht und es wird zusätzlich eine Benutzersperre eingerichtet. Aber das nur am Rande.

Auf derselben Forumseite findet sich eine Notiz von Admin Hood (Zwischenüberschrift: Initiative, den Fall Vs zu untersuchen), welche die voranstehende Darstellung von Klicken nicht bestätigt:

Goalgetter begann schon am 24. März 2011 (nach einem o.g. IP-Post) im GuttenPlag Wiki damit, einige Vs-Fragmente anzulegen. Die Initiative zur Untersuchung des Falls Vs ging somit maßgeblich, vielleicht auch ausschließlich, von Goalgetter aus. Dass er bei der Gründung des VroniPlag Wikis aber nicht auf sich allein gestellt war, lässt sich leicht belegen (s.u.). (-Hood 11:05, 10. Jun. 2012 (UTC))

Admin Klicken ist diese Diskrepanz in den Aussagen bald aufgefallen. Zu welch eigenartigen Argumenten man greifen kann, wenn man die Gefahr sieht, mit seiner einseitigen Darstellung in Frage gestellt  zu sein, dafür findet sich im Anschluss an Hoods Notiz ein Paradebeispiel:

Der Akt, die Fundstellen auf VroniPlag Wiki auszulagern, war einfach dem Wunsch geschuldet, das zu dokumentieren. Auf GuttenPlag Wiki, oder eben irgendwo anders. VroniPlag Wiki wie wir es heute kennen, ist die Summe vieler Ideen, viel Arbeit und vor allem vieler Entscheidungen anderer Beteiligter, von denen die meisten von Heidingsfelder nicht mitgetragen wurden. Daher schreibe ich oben, dass die Aussage, sich als „Gründer“ darzustellen, an Hochstapelei grenzt, denn sie dient der Irreführung des Gegenübers und ist eine Anmaßung. Der uninformierte Hörer muss darunter verstehen, dass Heidingsfelder jemand war, der etwas geschaffen hat, oder in den Anfangszügen maßgeblich mitgestaltet hat, was wir heute unter VroniPlag Wiki verstehen. Dem ist nicht so. Martin Klicken 12:08, 10. Jun. 2012 (UTC)

Hier wird doch tatsächlich allen Ernstes versucht, einem Initiator und Gründer, dem, auch von H. unbestritten, z.B., im Wiki erwähnt, Nerd_wp und Klicken, von Anfang an zur Seite standen, abzusprechen, etwas „geschaffen“ zu haben (man erinnere sich, Wikia spricht von „create a wiki“ als Definition von „founder“). Warum kann nicht sein, was nicht sein darf? Weil das VroniPlag Wiki von heute nicht mehr vergleichbar ist mit dem VroniPlag Wiki zum Zeitpunkt der Gründung! Nach dieser Logik wäre August Oetker nicht der Gründer der Backpulver-Fabrik im Jahre 1900, denn nach seinem Tod 1918 entwickelte sich das Unternehmen dergestalt, dass die heutige Holding „Dr. August Oetker KG“ mit der Gründer-Firma außer dem Stammsitz in Bielefeld nicht mehr viel Ähnlichkeit hat und der Gründer zum späteren Welterfolg nur den Grundstein gelegt hatte.

Natürlich wissen jene im Wiki, die schon immer und derzeit besonders nachhaltig versuchen, den Gründer-Mythos von ‚Goalgetter‘ zu zerstören, dass Goalgetter / Heidingsfelder (und kein anderer) von Anbeginn bis zum Rauswurf gemäß Wikia-Definition auch ein Wikia-Abzeichen auf seiner Profilseite hatte. Die Wikia-Help-Seite zu „Founder“ weist selbst weniger Kundigen den Weg. „Determining a wiki’s founder“: „The best way to find out who the actual founder of a wiki is [, is/pwc] to check each admins page. The founder of the wiki will have the founder badge on their profile.“


Natürlich ist es aber auch nachvollziehbar, dass man den Vermarktungserfolgen unter Ausnutzung der Gründerrolle um so mehr nicht mehr tatenlos zusehen möchte, desto mehr der Gründer des Wiki mit den späteren Abläufen und Erfolgen wie Misserfolgen des Wiki gar nichts mehr zu tun hat. Das ist anscheinend auch der Hintergrund für den zweiten Punkt der Richtigstellung Weber-Wulffs in der Mail, nämlich dass er seit einem halben Jahr gar nicht mehr im VroniPlag mitwirkt.
Genau dies scheint auch die Aussagerichtung zu sein, die Admin Klicken mit seiner verqueren Formulierung mehr entstellte als offen legte. Nur dann darf man nicht zu unfairen Mitteln greifen. Gründer bleibt Gründer. Initiator bleibt Initiator. Es gab ‚Kollegen‘ bzw. Kolleginnen‘, welche ‚mit von der Partie‘ waren. Das weitere Geschehen bestimmt nicht der Gründer eines Wiki, sondern die „community“, so sie sich denn bildet. Dass die weitere Entwicklung eines Wiki einzig durch die Community bestimmt wird, das ändert aber nichts rückwirkend am Status des Gründers eines Wiki.
Und mit der Erwähnung von Fairness sind wir wieder zurück bei der ersten Feststellung in der Mail. Wenn Weber-Wulff fair formuliert hätte, dann hätte sie sagen können: Goalgetter war zwar Gründer der Plattform VroniPlag, aber ab dem Moment des Starts entscheidet über das weitere Wohl und Wehe eines Wikis die „community“ (, so denn der Gründer eine solche für das gerade gegründete Wiki überhaupt gewinnen kann). Und Weber-Wulff hätte auf der Basis dieser Feststellung ergänzen können, dass er schon nach wenigen Monaten keinen entscheidenden Einfluss mehr auf die weitere Entwicklung des Wiki ausgeübt hat, was spätestens nach seinem Ausscheiden aus dem Wiki selbstevident sei.
Warum schrieb sie stattdessen ein wenig an der Wahrheit vorbei? Weil die gerade formulierte Wahrheit wohl kaum der einladenden Hochschule zwecks Änderung des Veranstaltungshinweistextes hätte angedient werden können. Da brauchte es griffigere Vokabeln. Nein, in einem Wikia-Wiki gelten immer noch die Vorgaben von Wikia und nicht  ein Abwinken nach Art des „Wikia-Terminologie hin oder her“. Und deshalb ist es eben kein sachlicher Fehler, wenn der Ankündigungstext Heidingsfelder als „Gründer der Internetplattform VroniPlag Wiki“ vorstellt. Und deshalb gab es auch für Weber-Wulff keine sachliche Rechtfertigung, eine Fehlerberichtigung zu erwarten. Das hat die Hochschule Macromedia anscheinend auch so gesehen und entsprechend nicht berichtigt, was nicht zu berichtigen war.
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Exkurs im Exkurs: Ein „unheimlich aktiver“ „in VroniPlag sehr viel investierender“ „lediglich nebensächlich beteiligter“ „lediglich Mitgründer“-Gründer

Abschließend soll noch ein besonders delikater Sachverhalt nicht unerwähnt bleiben, nämlich die verhaltens- bzw. aussagenbezogene Selbstwidersprüchlichkeit Weber-Wulffs hinsichtlich Punkt 4 der Richtigstellung im „Offenen Brief an Hillinger …“ („lediglich nebensächlich beteiligt“) und Punkt 1 der Richtigstellung in der Mail an die Hochschule Macromedia (H. ist nicht „Gründer“, sondern „Mitgründer“).
Die Selbstwidersprüchlichkeit bezüglich Punkt 4 der Mail (VroniPlag ist nicht mit dem „Fall Schavan“ „befasst“) wurde schon behandelt.
Zur Diskussion über den Antrag auf Entziehung des Bürokratenstatus Heidingsfelders schrieb WiseWoman damals:

Es gibt auf drei Ebenen Streit: über die Pressearbeit, über Twitter, und über den [sic] Wiki. Hier kann es nur um den [sic] Wiki gehen, obwohl die anderen beiden auch wichtig sind. […] Zur [sic] Wiki: Goalgetter ist unheimlich aktiv gewesen – und hat sehr viel investiert in VroniPlag. […] Ich finde einerseits, dass es sicherlich besser wäre, wenn Goalgetter zunächst „nur“ Admin wird – damit er mit allen anderen Admins auf eine [sic] Ebene ist, und nicht sich als Gründer irgendwelche Sonderrechte herausnimmt. Andereseits, finde ich es doof, dass alles hier unter Zeitdruck passiert. […] WiseWoman 22:39, 18. Jul. 2011 (UTC), ( Diskussion: Entscheidungen Bürokratenstatus)

Man sieht: Prof. Dr. Debora Weber-Wulff aka WiseWoman attestiert Martin Heidingsfelder
1. aka Goalgetter “als Gründer“
2. “unheimlich aktiv gewesen“ zu sein und “in VroniPlag“ “sehr viel investiert“ zu haben.

Heidingsfelder war bereits als ’Goalgetter’ der Bürokratenstatus entzogen worden (19.07.2011), aber er war noch nicht ausgesperrt, als am 06.08.2011 Oliver Trenkamp für SPIEGEL ONLINE (06.08.2011) unter der Topic-Formulierung “Streit über VroniPlag-Gründer“ ein Interview mit Weber-Wulff führte. Nicht uninteressant, wie sie sich über den explizit als VroniPlag-Gründer bezeichneten ’Goalgetter’ äußerte:

SPIEGEL ONLINE: Frau Weber-Wulff, Sie arbeiten mit auf der Plattform VroniPlag, die Plagiate in Doktorarbeiten aufspürt…
Weber-Wulff: …ich heiße dort WiseWoman.
SPIEGEL ONLINE: Sie waren bislang die Einzige, von der Name und Pseudonym öffentlich bekannt waren. Jetzt hat der VroniPlag-Gründer, genannt Goalgetter, bei SPIEGEL ONLINE seinen bürgerlichen Namen öffentlich gemacht: Martin Heidingsfelder. War das ein richtiger Schritt?
Weber-Wulff: Goalgetter blieb kaum eine andere Wahl – was ich schade finde. Irgendjemand fand es wahnsinnig lustig, seinen echten Namen in Foren zu posten. Jetzt stürzen sich alle auf ihn und versuchen, ihm zwielichtige Motive nachzuweisen.
SPIEGEL ONLINE: VroniPlag hat bislang fast nur liberale und bürgerliche Politiker als Plagiatoren überführt, darunter die Europaabgeordneten Jorgo Chatzimarkakis und Silvana Koch-Mehrin. Der Gründer der Plattform ist SPD-Mitglied. Da gibt es keinen Zusammenhang?
Weber-Wulff: Es macht keinen Unterschied, ob er in einer Partei ist oder nicht. […] Goalgetters Motivation spielt für die Wissenschaft schlicht keine Rolle – wir dokumentieren nur. […]
SPIEGEL ONLINE: Chatzimarkakis wirft dem VroniPlag-Gründer politische und kommerzielle Interessen vor, was der wiederum bestreitet.
Weber-Wulff: Herr Chatzimarkakis sollte nicht von sich auf andere schließen. Aber selbst wenn es solche Motive gäbe: Jemand, der abschreibt, verhält sich wissenschaftlich nicht korrekt. Ob er von einem verprellten Liebhaber überführt wird oder von einem SPD-Mitglied, ist egal. […]
SPIEGEL ONLINE: Goalgetter wurde für seine Ungeduld bestraft, Sie und Ihre Kollegen entzogen ihm Nutzungsrechte.
Weber-Wulff: Ach kommen Sie! Das sind ganz normale Reibereien, die in jedem Wiki jeden Tag stattfinden. Natürlich diskutiert und streitet man sich; manchmal wird es auch so anstrengend wie in einer Studenten-WG, in der es um den Putzplan geht. Aber insgesamt ist der Umgang bei VroniPlag sehr angenehm, viel höflicher als etwa in der Wikipedia. ( Streit über VroniPlag-Gründer)

Wenige Wochen nach dem mit deftigsten Vorwürfen begründeten Entzug der Bürokratenrechte stellte Weber-Wulff in diesem Interview mit keinem Wort die Bezeichnung “Gründer“ trotz dreimaliger Nennung (!) in Frage. Heidingsfelder wird nicht diskreditiert, sondern eher noch gegen Vorwürfe in Schutz genommen. Das ehrt Weber-Wulff, eine noble Geste. Entsprechend könnte man sagen, sie habe nur vermeiden wollen, in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche zu waschen, sonst hätte sie den “Gründer“ sicherlich zurückgewiesen.

Soll ein solches Argument auch noch folgende Äußerung erklären können?
Im Interview von Matthias Hanselmann mit Prof. Weber-Wulff im dradio (01.06.2012) wird sogar ausdrücklich angefragt, ob nun Heidingsfelder Gründer von VP gewesen sei:

Hanselmann: »Der Name Martin Heidingsfelder wird da immer genannt, soll Gründer von VroniPlag gewesen sein.«
Weber-Wulff: »Ach, der ist seit sechs Monaten nicht mehr dabei.«. (fett/pwc) ( „Wir haben ein systematisches Problem“)

Man sieht: Noch am 1.06.2012 (!) ergreift Weber-Wulff keineswegs die glänzend sich bietende Gelegenheit zu einer Richtigstellung, obwohl Hanselmann die Frage sehr dezidiert stellt; insbesondere das “soll“ verlangt geradezu nach einer Richtigstellung. Aber Weber-Wulff stellt nichts richtig. Aber am 04.06.2012, 3 Tage nach Erscheinen des Interviews, sieht sie plötzlich die Notwendigkeit, der Hochschule Macromedia eine Mail zu schicken und im Eilverfahren etwas gegen den Irrglauben unternehmen zu müssen, Heidingsfelder sei der Gründer von VroniPlag gewesen. Da sei in der Tat die Frage erlaubt: Was ist in den wenigen Tagen passiert, das Weber-Wulffs bis dahin gültiges Tatsachenverständnis so radikal und plötzlich erschüttern konnte? Die Antwort kennt natürlich nur die Berliner Hochschullehrerin selbst. Plagwikichecker stellt von außen betrachtet fest: Offensichtlich ist nur, dass Weber-Wulff sehr kurzfristig von der Tatsache erfahren haben muss, dass Heidingsfelder zu einem Vortrag an einer Hochschule eingeladen worden ist, m.a.W. auf bestem Wege ist, jetzt nicht nur in den Medien, sondern auch in der akademischen Welt Fuß zu fassen. Anscheinend war da große Eile geboten, da ein wenig auf etwas aufmerksam zu machen, was im Wiki dann ganz offen als „grenzwertig“ zur „Hochstapelei“ bezeichnet wurde. Anders gewendet lautet doch die Botschaft der Mail – ob beabsichtigt oder nicht, sei dahingestellt: ‚Wissen Sie eigentlich, wen sie da eingeladen haben?!‘ Und wenn man mal in die Zukunft blickt: Könnte es nicht sein, dass unabhängig von der erklärten Zielsetzung der Mail wie auch des „Offenen Briefes“ die effektive Folge aus solchen öffentlichen Auseinandersetzungen die sein wird, den Gründer von VroniPlag zu einer eher wegen möglicherweise zu erwartender Unannehmlichkeiten gemiedenen persona non grata bei Medien und bei wissenschaftlichen Auditorien werden zu lassen?
Nachdem auf diese Weise der “Gründer“ abgeschafft und das Konstrukt “Mitgründer“ geschaffen worden ist, hat schon die zweite Phase des Aufbaus eines neuen Gründermythos begonnen, nämlich die ’Operation Mitgründer gesucht‚. So lässt sich z.B. Admin Klicken, einer der eifrigsten Kämpfer gegen den „Gründermythos“ Heidingsfelder, in einem Interview mit der Studierendenzeitung der HU Berlin, “UnAufgefordert“ (Ausgabe Redaktionsschluss 28.05.), so vorstellen: »Einer der Gründer von VroniPlag Wiki arbeitet unter dem Pseudonym Dr. Martin Klicken.« (Interview: Digitale Detektivarbeit)
Am 30.06.2012, 0:44 verleiht sich Admin „Dr. Martin Klicken“ auf seiner Profilseite den hart erkämpften Status “ein Gründer von VroniPlag Wiki“. (Benutzer:Klicken)
Es ist erreicht. Man darf gespannt sein, wer als nächster sich unter den ‚Rettungsschirm‘ „Mitgründer“ stellt oder stellen lässt.

[Ende Exkurs im Exkurs]
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Nachdem Weber-Wulff zunächst die Gründerrolle Heidingsfelders relativieren wollte („lediglich Mitgründer“), geht sie mit der zweiten Feststellung einen Schritt weiter:

* Herr Heidingsfelder wurde vor ca. 6 Monaten vom [sic] Plattform ausgeschlossen. Er wirkt nicht mehr mit.

Dieser Punkt ist soeben unter dem ersten Punkt bereits angesprochen und eingeordnet worden.

Die Leute an der Macromedia, Lehrende wie Studierende, haben sicher schon mal (Online-) Zeitung gelesen. Das heißt, denen musste nicht per Berichtigungsverlangen mitgeteilt werden, dass Heidingsfelder nicht mehr mitwirkt. Der Veranstaltungshinweis enthält zudem keine Aussage über eine Mitwirkung von H. am Wiki, erwähnt ihn nur als Gründer. Natürlich könnten die von Klicken beschworenen Unkundigen aus dem Text assoziieren, H. sei weiterhin aktiv am Geschehen im Wiki beteiligt. In der Tat schlägt ja dann der letzte Absatz („Aktuell befasst sich die Plattform …“) einen Bogen zurück zum VroniPlag Wiki und es könnte Menschen geben, die herauslesen, H. repräsentiere sozusagen durchgängig von der Gründung an bis heute die Arbeit im VroniPlag Wiki.

Stilfrage, dafür schreibt man doch keine Hochschulkollegen an, damit sie den Text so gestalten, dass solche Assoziationen bei Unkundigen vermieden werden. Nein, es darf vermutet werden, dass Weber-Wulff solch diffizile Umformungsarbeit praktisch ca. 6 Stunden vor dem Vortrag (!) den werten Kollegen auch gar nicht zumuten wollte. Leider wird so der Eindruck erweckt, als sei es ihr auf das Überbringen der Botschaft selbst angekommen. Es wurde gesagt, dass  Weber-Wulff mit der Mail habe erreichen wollen, „sachliche Fehler“ in der Ankündigung richtigzustellen. Ein sachlicher Fehler bezüglich Punkt 2 ihres Vorbringens will sich partout nicht zu erkennen geben.

Wie ist es dann um Punkt 3 der sachlichen Fehler bestellt? Weber-Wulff schrieb:

* VroniPlag war nicht an den [sic] Fall von Karl-Theodor zu Guttenberg beteiligt. Dieser [sic] Plattform heißt GuttenPlag Wiki.

Im ursprünglichen Ankündigungstext liest man:

[…] und spricht über das Thema Plagiateure. Einem größeren Publikum wurden die Plagiatejäger durch den Fall Karl-Theodor zu Guttenberg bekannt […]

Und das heißt: Hier werden Plagiateure und deren Jäger in einen Zusammenhang gebracht und es wird an den Fall zu Guttenberg erinnert, durch den das Phänomen Plagiatejäger jagen Plagiateure einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Konsequenterweise hätte es allerdings nicht „die Plagiatejäger“, sondern nur „Plagiatejäger“ heißen sollen, wenn man das Phänomen im allgemeinen meint.  Erster Halbsatz: Vorstellung der Person. Zweite Hälfte des ersten Satzes und zweiter Satz: Vorstellung des Themas. Außerdem ist natürlich auch richtig, dass gerade die ersten aktiven Plagiatejäger im VroniPlag zuvor auf der Plattform GuttenPlag mitgewirkt hatten und z.T. dies noch fortsetzten. Auch mit diesem dritten Berichtigungshinweis wehrt sich Weber-Wulff nicht gegen eine falsche Tatsachenbehauptung im Ankündigungstext. Dort wird nicht behauptet, VroniPlag sei am Fall von zu Guttenberg beteiligt gewesen. Also wiederum eine Abwehr möglicher Fehlinterpretationen, aber kein berechtigtes Berichtigungsverlangen wegen einer falschen Tatsachenbehauptung.

Vielleicht findet sich ja endlich ein „sachlicher Fehler“ hinsichtlich des vierten Punktes? Weber-Wulff stellt fest:

* VroniPlag befasst sich nicht mit dem Fall Schavan, wie Sie unschwer auf die [sic] Seite http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/ feststellen können.

Auf der Seite „Offener Brief“ kommt ihr diesbezüglich schnell IP 92.223.52.195 zu Hilfe:

Ich weiß nicht, ob so eine Anmerkung hier erwünscht ist (die zitierte Email vom 4.6. lässt sich ja auch nicht mehr ändern), aber ein Kritiker könnte dazu fragen, ob es bei VroniPlag „Mitglieder“ gibt (auch wenn „Benutzer“ für Außenstehende wohl eher irritierend klingen könnte). Und wieso Du einseits [sic] schreibst, „VroniPlag befasst sich nicht mit dem Fall Schavan“, und anderswo (Link gerade nicht parat) erwähntest, der Fall würde bei VP weiter „köcheln“. Könnte so wieder ein gefundenes Fressen für weitere Twittereien oder Diskussionen bei Erbloggtes abgeben. – 92.223.52.195 20:34, 7. Jun. 2012 (UTC)

In der Tat. Da hat jemand gut aufgepasst! Die Stelle, die jene IP gerade nicht parat hat, liest sich so:

Plagiate laufen nicht weg! Was vor 32 Jahren passierte wird auch in 32.5 Jahren noch da sein, wir müssen keine Hektik machen. Vielleicht taucht noch ein Werk auf, und es gibt mehr Fragmente. Oder auch nicht. Es wird nicht ad acta gelegt, nur weil es noch nicht auf Home ist. Es wird einfach weitergeköchelt. […] Das wird in den Medien so dargestellt, als ob ich doch noch Absolution erteilt habe, was sowieso witzlos ist, weil die Universität der [sic] richtige Instanz ist, nicht VroniPlag oder schavanplag, die nur Fragen aufwerfen können und Diskussionen anzetteln können. Nein, hier wird nichts „dicht gemacht“. Es gibt keinen öffentlichen Auftrag! (WiseWoman 09:04, 6. Mai 2012 (UTC)) ( Warum hat VroniPlag die Analyse-Ergebnisse zur Dissertation Annette Schavan nicht „publiziert“?)

Doch leider kam die Hilfe post festum.
Halten wir fest: Weber-Wulff schreibt mit E-mail-Adresse als Hochschullehrerin an die Kollegen der Macromedia, VroniPlag befasse sich nicht mit dem Fall Schavan und verlinkt als Beweis zur Hauptseite des Wikis. Soll wohl heißen: Seht her, da steht kein Fall Schavan auf der Home! Zuvor las man es ganz anders: „nicht ad acta gelegt, nur weil es noch nicht auf der Home ist“ – sic!! Da hilft es auch nicht mehr, wie bereits im Wiki geschehen, sich auf eine feinsinnige Sprachregelung zu berufen mit der Unterscheidung zwischen „Fall ‚As'“ (laufende Bearbeitung ohne Namensnennungen von Autor, Dissertation, Uni) und „Fall Schavan“ (laufende Bearbeitung mit Namensnennungen, auf Hauptseite veröffentlicht). Diese Form des Begehrens der Korrektur sachlicher Fehler im Ankündigungstext zur Veranstaltung hat mit Richtigstellung nichts mehr zu tun. Man müsste sich nicht wundern, wenn die Hochschule den Vorgang als Irreführung auffassen würde. In jedem Fall ist die diesbezügliche Feststellung so wenig substantiiert wie ihr Link auf schavanplag.blogspot.com.
Eigentlich nach allem unnötig zu erwähnen, dass erst die irreführende Information den Hinweis auf die Plattform von Heidingsfelder ins Spiel bringt, wobei sich fragt, welchem Aufklärungsbedürfnis die im Nebensatz nachgereichte Feststellung dienen soll, dass Heidingsfelder seine Plattform Schavanplag Wiki erst im Gefolge der Gründung einer anderen Plattform zum Fall Schavan erstellt hat. Da klingt doch nicht etwa das im Wiki so gern zur Diskreditierung Heidingsfelders verwendete „Trittbrettfahrer“-Motiv an? Richtigstellung hätte vorausgesetzt, dass im Text sachlich fehlerhaft gestanden hätte, Heidingsfelder habe mit Datenübernahme aus VroniPlag als Erster den Fall ‚As‘ als Fall Schavan auf eigener Plattform veröffentlicht. Stand aber nichts von alledem im Text.
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Unzertrennlich entzweit: VroniPlag und ein Gründer gehen ihren Weg

Es konnte gezeigt werden: Die in der Mail von Weber-Wulff von der HTW Berlin an die Hochschule Macromedia Stuttgart am 4.06.2012 am Abend gesendete Mail kommt im Gewande eines Faktenchecks bezüglich des Ankündigungstextes der Hochschule zu einem am nächsten Tage um 16 Uhr angesetzten Vortrag von Martin Heidingsfelder daher. Gefahrenabwehr sozusagen in letzter Minute? Welche Gefahr soll da gebannt werden? In Form einer Bitte erwartet die janusköpfige Berliner Hochschullehrerin (WW, W-W) von den sehr geehrten „Damen und Herren“, dass sachliche Fehler im Ankündigungstext korrigiert werden. Noch vor der Veranstaltung oder danach bei so kurzer ‚Vorwarnzeit‘, das bleibt offen. Unschön ist dabei vorrangig, dass die „Feststellungen“ Weber-Wulffs „als Mitglied bei VroniPlag“ im Ankündigungstext keine korrekturbedürftige Entsprechung im Sinne dieser Feststellungen haben. Weber-Wulff stellt fest, aber textbezogen nichts richtig! Denn die von ihr als unzutreffende Darstellung monierten Tatsachenbehauptungen stehen so gar nicht im Text, sondern werden hineininterpretiert.

Es konnte gezeigt werden: Der „Offene Brief an Hillinger …“ in 7 Punkten zu einer Richtigstellung im Online-Artikel auffordert, davon aber nur in den Punkten 1 und 6 zu einer korrekten Richtigstellung kommt, während in den 5 anderen Punkten diese Art ‚Gegendarstellung‘ nicht falsche Tatsachenbehauptungen korrigiert, sondern bekannte pejorative Ansichten im VroniPlag Wiki über Heidingsfelder bzw. pejorative Ansichten der Erstunterzeichner WiseWoman und fiesh in Form einer Art von ‚Gegendarstellung‘ präsentiert und gleichzeitig dem Wiki zur Signierung angeboten werden. Hätten die Autoren des „Offenen Briefes“ für diese Richtigstellung die Form einer wirksamen Gegendarstellung zum Abdruck in der StZ Online eingefordert, wären sie grandios gescheitert. Das wusste natürlich auch die StZ Online. Da bei einer Gegendarstellung jeder Punkt unangreifbar sein muss, brauchte das Online-Medium eigentlich überhaupt nicht zu reagieren. So hat Hillinger insbesondere die Punkte 1 und 6 nicht geändert, weil eine Gegendarstellung nur erzwungen werden kann, wenn alle vorgebrachten Punkte greifen. Das wusste allerdings sicherlich auch Weber-Wulff. Vermutlich wählte man deshalb ein Forum für die in Form eines „Offenen Briefes“ gekleidete Gegendarstellung, wo man sozusagen Hausrecht besitzt und die einschlägigen Kriterien für eine Gegendarstellung nicht zu beachten brauchte.

Es konnte gezeigt werden: Auch die Macromedia-Hochschule hat im wesentlichen nicht der Richtigstellungsbitte Weber-Wulffs entsprochen.

Was ist in Zukunft zu erwarten? VroniPlag und Heidingsfelder werden weiterhin unzertrennlich entzweit ihren ‚Kleinkrieg‘ fortsetzen.
Was wird sich ändern? Stell dir vor, die hacken wieder und immer wieder aufeinander rum – und keiner schaut mehr zu, nicht die Online-Medien, nicht die Print-Medien, nicht die Blogger usw. Nicht auszudenken, was?! Irgendwann wird jemand als letzter einen symbolisch gemeinten Gruß kommentieren, nachdem der Gipfel der Überdrüssigkeit erreicht ist: „R.I.P.“ Oder vielleicht bekommt VIP eine neue Bedeutung: Vivant in pace!

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Ein Kommentar zu “Stein des Anstoßes

  1. blaufuchs sagt:

    Wow! Triple wow! Da hat sich Plagwikicheck aber viel Mühe gegeben, interessierten Lesern einen Blick hinter die Kulissen möglich zu machen. Ich hatte von der Angelegenheit durch den Artikel von Hillinger erfahren. Die Mail an die Hochschule ist ein absolutes No-go! Die Doku hier zeigt für mich ganz klar, dass es letztlich gar nicht um Beanstandungen mit dem Ziel ging, Korrekturen zu erreichen, sondern den Gründer von Vroniplag hinsichtlich seiner Integrität in Zweifel zu ziehen. Der Autor des Zeitungsartikels sollte anscheinend mit dem offenen Brief Prügel beziehen, weil er einen etwas zu freundlichen Bericht über Heidingsfelder geschrieben hatte. Den Sack schlägt man, den Esel meint man! Mir ist aufgefallen, dass Plagwikicheck nicht den Vorwurf macht, Mail und offener Brief an den Autor des Artikels wolle den Ruf von Heidingsfelder herabsetzen, der selber von Mobbing spricht. In meinen Augen lässt das, was hier dokumentiert wird, eigentlich kaum eine andere Schlussfolgerung zu. Ich finde, die Hochschule und auch die Stuttgarter Zeitung sollten ebenfalls mal einen Blick auf Plagwikicheck werfen, denn diese Dokumentation ist wirklich profund und alarmierend zugleich.

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